Zeit

Yapola

Gerd Ganteför und die Astrophysik der Zeit

Ein Blick in die Sterne

01.03.2021 70 min

Wir können Zeit selbst in uns spüren und die Auswirkungen des Vergehens der Zeit miterleben. Doch sie ist so komplex, dass sie nicht nur uns als Menschen betrifft, sondern sie umgibt uns in einer eigenartigen Weise. Während wir Zeit auf der Uhr sehen können, sehen wir die Zeit auch, wenn wir in den Himmel blicken. Die Sterne und das Universum verraten uns besonders viel über Zeit, doch wie hängt das alles zusammen?
Was hat Energie mit Zeit zu tun und wann ist eigentlich das Universum entstanden? Wie alt ist es, oder können wir das überhaupt nicht sagen? Gab es den Urknall und ist das der Nullpunkt der Zeit? Diese Fragen kann uns die Physik beantworten und Gerd Ganteför gibt verständliche Einblicke in die Welt der Astrophysik und erklärt, welche Bedeutung die Zeit in der Physik hat.
Dabei erklärt er den magischen Begriff der "Entropie", wann und warum das Zusammenschnurren der des Raumes geschieht und warum niemals eine Ursache vor einer Wirkung stattfinden kann. Doch er geht auch darauf ein, welche menschliche Komponente die Zeit im physikalischen Sinne für uns bereithält und warum das für unser Alltagsleben etwas Besonderes sein kann.

Transkript

Die Episode zum nachlesen.

Musik
00:00:00
 
Gerd Ganteför
00:00:11
Wir könnten sogar mit einem starken Triebwerk auch die Galaxis durchqueren in wenigen Jahren von mir aus. Allerdings würden dann auf der Erde viele Millionen Jahre vergehen, ja? Äh und wenn wir zurückkommen, äh dann kennen wir niemanden mehr und vielleicht gibt's auch gar keine Menschen mehr. 
Christian
00:00:33
Hallo und herzlich willkommen zu einer neuen Folge von Zeit. Den Podcast, der dem besonderen Mysterium auf der Spur ist. Mein Name ist Christian Köpke und ich begrüße alle zur vierten Ausgabe von Zeit. Ich spreche mit Menschen, die derzeit auf eine ganz besondere Art und Weise verbunden sind und heute spreche ich mit Gerd Gantefür über die Astrophysik. Hallo Herr. Sie sind experimental, Physiker und Hochschullehrer an der Universität Konstanz. Wie sind sie eigentlich zu Physik gekommen? 
Gerd Ganteför
00:01:03
Oha, ja, ich habe mal angefangen mit Elektrotechnik, nach dem äh nach dem Abitur mich einfach für Elektronik und Radio und sowas interessierte und nach einer Weile, nach einem Semester habe ich festgestellt, Dass man nach zwei Jahren, wie man Radio baut, aber irgendwie nicht so richtig versteht, warum das Radio überhaupt geht und was überhaupt eine elektromagnetische Welle ist Und da ich nun tieferes Verständnis suchte, also zwischendurch werd ich dann mal überlegt, Theologie zu studieren, aber das machen wir dann wieder zu tiefes Verständnis. Da habe ich so einen Mittelweg zwischen E-Technik und Theologie genommen und das ist die Physik, die auch grundlegende Fragen beantwortet. 
Christian
00:01:36
Genau und jetzt fragen sich wahrscheinlich einige, was hat denn eigentlich Physik, beziehungsweise in diesem Falle Astrophysik eigentlich mit der Zeit zu tun? Können sie da schon mal so ein paar einleitende äh Worte zu sagen? 
Gerd Ganteför
00:01:47
Ja, also es gibt ja ein paar Naturgesetze, die sehr grundlegender Natur sind, also zum Beispiel Impulsehaltung, Drehen, Pulsehaltung und Energieerhaltung und Energieerhaltung, das Energie also nicht verloren geht und auch nicht erzeugt werden kann, sondern sich nur in irgendwas anderes, eine andere Energieform umwandelt, meistens zum Schluss in Wärme. Das ist eben so ein ganz grundlegendes Naturgesetz. Und dieses Naturgesetz, alle drei, die ich genannt habe, mit Symmetrien unseres Universums zu tun. Unser Universum ist zum Beispiel. Trop. Das heißt, jede Raumrichtung ist gleichberechtigt. Es gibt kein oben oder unten. Und das bedeutet, wenn man das mathematisch umsetzt mit so Symmetrien, also wenn sich etwas dreht und man es nicht bremst, dann dreht es sich für immer, wie zum Beispiel eben unsere Erde, die sich ja Ewigkeiten lang, dreht. Und mit der Energiehaltung ist es so, die hat was mit der sogenannten Varianz zu tun. Oder sie ist eine sehr direkte Folge daraus. Das heißt, in unserem Universum ist jederzeit. Gleichberechtigt. Es gibt kein Anfang und kein Ende. Es gibt sehr wohl einen Urknall für das Universum, aber für die Zeit selber gibt es kein Anfang und kein Ende. Und das nennt man Zeit in Variante, also kein ausgezeichneten Zeit Punkt, also jetzt morgen ist irgendwie, oder in zwei Tagen ist Weihnachten und dann ist Silvester, für uns gibt es ausgezeichnete Zeitpunkte, die besonders sind, aber für die physikalische Zeit ist es ein unendlicher Fluss. Und daraus folgt, dass die Energie und Energie hat was mit, tun mit Veränderung, dass die Energie erhalten ist. 
Christian
00:03:21
Das heißt, im Grunde genommen würden sie sagen, es gibt gar keinen Ursprung der Zeit. 
Gerd Ganteför
00:03:25
Es gibt ein. Des Universums, das Universum ist, soweit wir heute wissen, vor 13,6 oder 7 Milliarden Jahren in einem Urknall entstanden, weil alle Galaxien, die wir sehen können, bewegen sich von uns weg, also als würden wir in der Mitte einer explodierenden Wolke. Sein. Und wenn man das zurückrechnet, also den Zeitfilm zurücklaufen lässt, dann war alles von 13,6 Milliarden Jahren in einem Punkt vereinigt, der sogenannten Singularität. Insofern gibt es für unser Universum ein Nullpunkt, aber für die Zeit selber, so wie wir sie als Physiker verstehen. Kein ausgezeichneten Zeitpunkt. Es muss also eigentlich den, ja, je nachdem, wie man's definiert, die Zeit in gewisser Weise oder sagen wir besser, die Ewigkeit, die Ewigkeit hat es schon vor dem. Knall gegeben. Das ist aber keine physikalische Aussage, dass es mir so eine Vermutung. Auf jeden Fall für die Zeit in der Physik gibt es kein ausgezeichneten Zeit. Sondern jeder Punkt ist Gleichberechtigung, es gibt auch kein Ende der Zeit. 
Christian
00:04:24
Wenn sie jetzt sagen, dass die Zeit ja im Grunde genommen kein, kein richtigen Anfang und und keine richtige oder auch kein Ende hat. Welche Bedeutung hat denn die Zeit in der Physik überhaupt? 
Gerd Ganteför
00:04:34
Die Zeit ist Veränderung. Also sie hat mich ja vorbereitet auf dieses präch und das war eine der ersten Fragen der Ursprung der Zeit und welche Bedeutung die Zeit hat. Und das ist jetzt für einen Physiker gar nicht so einfach zu beantworten, weil in vielen der ja Gleichungen, die die Physik ausmachen, zum Beispiel Bewegungsgleichungen von Planeten auf ihren Bahn um die um die Sonne herum. Äh gibt es nicht wirklich eine Zeit, ja? Also so ein äh ist ein Parameter, Tee, der steht in den Formeln drin und wir können genau ausrechnen, an welcher Position unsere Erde in 100tausend Jahren sein wird. Klassischen Physik ist das detaministisch, das heißt wir wissen ganz genau was passiert, aber eigentlich. Ist Zeit, noch was anderes, denn das, was ich gerade gesagt habe, dass wir das so genau vorausberechnen können, das ist eigentlich mehr ähm so diese klassische Physik, in der die Zeit nicht wirklich vergeht, nach der klassischen Physik, also nach Newtons Physik könnte diese absolute Zeit ewig sein. Also unsere Erde würde sich für. Ewigkeiten um die Sonne drehen und sie könnte sich auch andersrum drehen, wenn wir also wie im Film die Zeit rückwärts laufen würden, dann könnte sich die Erde auch andersrum drehen, die Sonne dreht sich dann auch um sich selber andersrum. Und es würde sich gar nichts ändern in der Physik diese Physik ist in diesem Bereich der klassischen Physik Zeitumkehr in Variante, das heißt, ich kann die Zeit, kehren rückwärts laufen lassen und es sieht genauso aus. Und ich glaube, Pendeluhr oder auch bei der Drehung der Erde um die Sonne, also auf ihrer Bahn um die Sonne, können wir uns das auch vorstellen, dass wir gar nicht entscheiden können, ob jetzt in einem Film, der die Erde um die Sonne rotieren sieht, ob sie vorwärts oder rückwärts läuft. Das nennt man Zeitumkehr, Invariante, es macht nichts, wie rum die Zeit läuft, aber dann vergeht die Zeit. Eigentlichen Sinn, sondern jeder Zeitpunkt ist derselbe und das ist eigentlich so was Ähnliches wie die Ewigkeit. Aber das Vergehen der Zeit, so wie wir es wahrnehmen, also zum Beispiel ein Alterungs da kann man ja durchaus feststellen, wenn die Zeit rückwärts läuft, dann werde ich eben immer jünger und nicht etwa immer älter. Also in vielen Teilen der realen Physik, nicht der klassischen Physik, sondern wir gehen jetzt mehr in die moderne Physik hinein. Da vergeht -Zeit. Und das tut sie eigentlich in allen realen Systemen der normalen Umgebung und ich würde sagen, das Wesen der Zeit ist eigentlich die Veränderung. Ich kann also einen Zeit Punkt von einem anderen Zeitpunkt unterscheiden und sagen, der ist später als der andere Also ich kann ein früher und später unterscheiden. Und das hat was mit diesem magischen Begriff. Das ist jetzt vielleicht nicht so nicht so verständlich, was ich sage, aber es ist eben auch eine ganz schwierige Frage, die Frage nach der Zeit. Das hat was zu tun mit diesem magischen Begriff der Entropie. Ich will das mal so erklären, wenn ich zum Beispiel. Gas in einem kleinen Gasbehälter habe. Und ich drehe das Ventil auf und das Gas fließt von sich aus aus dem Behälter, in dem es unter Druck steht, heraus und verteilt sich im Raum. Dann ist das ein sogenannter irreversibler Prozess, der geht von selber nicht zurück. Ne, also vorher war es in einem Behälter unter Druck drin und danach ist es ausgeströmt und hat sich gleichmäßig verteilt. Dabei hat sich diese Messgröße drastisch erhöht, das Maß der Unordnung. Es ist sozusagen anschaulich gesprochen, unordentlich über den Raum verteilt, dass das Wesentliche ist, es wird niemals von selber wieder in den Behälter zurückkriechen. Das heißt, das ist im Gegensatz zu der Drehung der Erde um die Sonne nicht seit Umkehr in Variant, sondern ein irreversibler Prozess. Es wird ausströmen und fertig. Gramm feststellen, was vorher und was nachher war. Denn es ist eindeutig so, dass wenn sich das Gas gleichmäßig verteilt hat aus der Flasche, dann ist das. Als der Zustand, dass das Gas in der Flasche ist. Ja und das ist genau das Vergehen der Zeit, das Vergehen der Zeit. Ist das Verteilen von Energie und das Verteilen von Materie über den Raum. Es ist ein Verteilen. Zu einem größeren Maß an Unordnung. Als also die Zunahme der Endropie und das ist auch ein Naturgesetz, diesmal der Thermodynamik. 
Christian
00:08:40
Jetzt haben sie das mit der Entropäsischen ähm erklärt. Bedeutet das, wenn zunehmend Zeit ähm vergeht, dass wir zunehmend auch in einer Welt leben, die äh von Unordnung bestimmt ist. 
Gerd Ganteför
00:08:55
Also ähm nehmen wir mal folgendes Beispiel und das ist sehr fundamental, wir erhitzen ein Stück Eisen mit einem Schweißbrenner an einer Stelle. Also wir haben so einen Eisenträger, ist meinetwegen ein Meter lang und das eine Ende machen wir rot glühend. So und jetzt können wir sehen, wie die Zeit vergeht. Das Wesen der Zeit ist, dass sich diese Energie Wärmeenergie gleichmäßig über den Eisenstab verteilen wird. Das heißt, mit der Zeit wird das glühende Ende nicht mehr glühen, sondern die Wärme verteilt sich über den ganzen Eisenstab. Er ist ja nicht mehr äh nicht mehr rot mühen, sondern überall gleichmäßig warm. Wenn er diesen Zustand Gleichgewicht, das ist das Gleichgewicht, dann thermisches Gleichgewicht, wenn er diesen Zustand erreicht hat, passiert nichts mehr. Also jetzt nehmen wir mal an, dass er alleine im Weltall ist und auch nicht abstrahlt, sondern perfekt isoliert ist bleibt ja auf dieser Temperatur und dann passiert nichts mehr. Das Erreichen des Gleichgewichtes bedeutet gleichzeitig, dass nichts mehr passiert ist, verteilt sich auch nichts mehr und dann ist die Zeit nicht, die hat nicht aufgehört, aber es vergeht in dem Sinne keine Zeit mehr, weil man einen Zeit Punkt zum nächsten nicht mehr unterscheiden kann. Aber in dem Prozess, dass ich Anfangs, das heiße, Ende abkühlt und die Wärme sich gleichmäßig über den Eisenschlag verteilt, da vergeht Zeit und da kann ich auch eindeutig ein Vorher- und Nachher definieren. Und im ganzen Universum, das Universum dehnt sich ja aus seit dem Urknall ganzen Universum haben wir eigentlich genau diesen Prozess hin zu immer weiter ausgedehnten Universum, in dem sich auch die Energie immer weiter verteilt mit auf sehr langen Zeitgehalten werden auch die Sonnen ausbrennen. Sie werden ihre Energie verstrahlen, im Universum und das Universum wird dann langsam den Wärmetod erreichen, wo jeder Punkt des Universums gleich warm oder gleich kalt ist und dann passiert nichts mehr. Dann gibt es keinen Zeit. Blauf mehr und jeder Zeitpunkt ist absolut gleichberechtigt, aber dann gibt's auch kein Leben mehr. 
Christian
00:10:49
Ich mir, mir fällt dazu ein, ich habe in dem Buch von Carlo Rovelli die Ordnung der Zeit. Gelesen. Er sagt, dass äh Zeit im Grunde genommen aus Ereignissen besteht und nicht aus Dingen. Also das Ding zu Ereignissen werden und dann wieder zu Dingen und wieder zu Ereignissen werden. Und dass sozusagen dieser Wechsel im Grunde genommen den Zeitablauf bestimmt ist das im Grunde genommen genau das, was was sie gerade beschrieben haben, dass es sich immer weiter ähm verändert und niemals aufhört, sich zu verändern. 
Gerd Ganteför
00:11:17
Ich hatte ja bei einem Eisenstabbeispiel ein einsamer Eisenstab in einem Sepa. Universum gesagt, wenn das Gleichgewicht erreicht ist und sich die Energie, die Wärme in dem Fall gleichmäßig verteilt hat, dann passiert nichts mehr. Es vergeht immer noch in gewisser Weise Zeit. Es könnte etwas passieren, aber es passiert nichts mehr. Das heißt, rein messtechnisch ist jederzeit punkt, dieses äh äh im Gleichgewicht befindlichen Eisenstabes ist äquivalent. Ich würde also nicht die Zeit über den Wechsel von Dingen und Geschehnissen definieren, sondern als ein das Vergehen der Zeit. Also wir müssen vielleicht zwischen dem Vergehen der Zeit und der Zeit selber unterscheiden. Das Vergehen der Zeit, dass sich. Ein Zeitpunkt von einem anderen unterscheidet, das beinhaltet ein Nichtgewichtsprozess, also nicht Gleichgewicht, heißt, ich habe irgendwo, zu viel Energie und irgendwo zu wenig Energie, also im einfachsten Fall im Sonnensystem, da haben wir die Sonne, da brennt die Fusion und sie brennt nicht für immer, sie wird irgendwann alle sein und sie verstrahlt ihre Energie. Und solange das passiert. Haben wir ein Vergehen der Zeit. Also diese, diese Idee, dass dass etwas passiert, was sich wo sich ein Zeitpunkt von dem anderen unterscheidet. Also so ein Fortschritt der Zeit. Das ist meines Erachtens das Wesen der Zeit, so wie wir sie kennen. Also ja, ein eine die Veränderung, eigentlich ist die Veränderung hin zu etwas, das ist das Entscheidende vielleicht. 
Musik
00:12:35
 
Christian
00:12:54
Wie messen sie als Physikerin eigentlich Zeit? 
Gerd Ganteför
00:12:58
Achso, ja, also wir würden eine Uhr nehmen. Wie, wie jeder andere Mensch, glaube ich, auch. 
Christian
00:13:02
Davon gehe ich aus, äh nur bräuchte ihre Uhr mit, wenn sie jetzt äh den Anfang des Urknalls sozusagen äh berechnen wollen, ja ein ziemlich großes Ziffernblatt. 
Gerd Ganteför
00:13:14
Ja, also diese ganz langen Zeiträume, da gibt's ganz verschiedene Uhren, wenn sie so wollen. Also ähm die, die, die, die grundsätzlich zur Uhr, wenn es um den Urknall geht, ist die Geschwindigkeit, mit der sich die Galaxien von uns entfernen. Also wir leben in einem Universum, das sich ausdehnt, wie so ein, so ein, ja, es gibt immer so einen Luftballon, auf den Markt, Punkte und wenn man ihn aufpustet, entfernt sich jeder Punkt von jedem anderen Punkt. Und dann kann man die Zeit rückwärts laufen lassen und irgendwann war der Luft Luftballon eben nicht aufgeblasen und das Universum waren. Das heißt, ich kann aus der Galaxie, aus der Geschwindigkeit, mit der sich weit entfernte Galaxien von uns entfernen, einfach zurückrechnen, wann sie dann logischerweise bei uns waren, irgendwann in der Vergangenheit und das ist der Zeit Null. So würde ich das messen, aber wir brauchen natürlich sowas wie eine Definition der Sekunde, also wie messe ich denn die Zeit in einer Grundeinheit und da hatte man eben verschiedene Definitionen, so wie das Urkilogramm. Ich muss ja irgendwie messen, wie schwer ist denn jetzt Masse? Und dann führe ich so ein Urkilogramm ein. Das war lange so ein Gewicht, was in Paris da gelagert war. Das definierte, das ist jetzt ein Kilogramm. Äh aber das ist eine menschengemachte Definition. Ja, das lege ich einfach fest. Ein Kilogramm ist so schwer und fertig und danach haben sich alle zu richten. Und bei der Sekunde war es lange genauso und heute haben wir aber einen Übergang im Cesum Adom, das ist äh geht elektromagnetisch, also so eine Atomuhr. Äh man versucht es an Natur konstanten anzubinden oder an Eigenschaften der Mathilde, die sich auf gar keinen Fall ändern. Auf jeden Fall müssen wir irgendwie festlegen, wie lange eine Sekunde ist und das ist willkürlich eigentlich. 
Christian
00:14:50
Aber im Grunde genommen kann es ja nicht so richtig willkürlich sein, weil wir, wenn wir, wenn ich jetzt aus dem Fenster gucke, dann weiß ich, ähm wann es dunkel wird. Und wann es wieder hell wird und wann es wieder warm wird und wir feiern Silvester und wir feiern. Zumindest wissen wir, wann das Jahr vorbei ist. Also wir richten uns jetzt zum Beispiel auch, also irgendwann muss muss ja mal eine eine. Ja, ein eine Bemessung der Zeit äh vorgenommen worden sein, die so stabil ist, dass sie wiederkehrend ist. Also man hat ja gemerkt, okay, bestimmte Dinge sind wiederkehrend und jetzt pressen wir sozusagen diesen Umstand in einen in eine Zeitform. 
Gerd Ganteför
00:15:25
Okay, das sind jetzt vielleicht zwei verschiedene Sachen. Also irgendwann haben die Leute diese Uhren erfunden, haben den Tag in zwölf Stunden eingezahlt und das Jahr in dreihundertfünfundsechzig Tage. Das sind aber so was wie Konventionen. Das haben wir festgelegt. Wir könnten genauso gut. Den Tag auch in in 100 Stunden oder oder in in zehn Stunden, zehn wäre sowieso besser, weil wir haben Zehnfinger und die meisten Leute ohne Probleme bis zehn zählen. Aber aus traditionellen Gründen haben wir eben zwölf Stunden, ja? Und sieben Tage. Übrigens, interessant, sieben Tage, ne, sieben Tage Woche, das ist in jeder die ich kenne auf der ganzen Erde überall gibt es die Sieben-Tage-Woche, also es gibt sonst ansonsten Unterschiede mit den Monaten und es gibt in China eine ganz andere Jahreszählung, auch ein anderes neues Jahr aber die sieben Tage Woche, die gibt's überall. Da hat sich offensichtlich eine Konvention irgendwie durchgesetzt. Das hat was mit unserem Mond zu tun, wurde mir erklärt. Aber es sind alle Menschen auf der ganzen Welt, sind also mit der Siebentage einverstanden, also diesen sieben Tage Rhythmus, auch wenn der Sonntag zum Beispiel. Nicht unbedingt unser Sonntag ist, sondern vielleicht ein anderer Tag der Woche. Ja, aber das sind alles äh Menschen gemachte Vereinbarungen. Man muss das ineinander umrechnen also so wie ich meinetwegen, ich kann auch nicht messen oder oder in Metern oder keine Ahnung, ob's noch oder in Ellen oder sowas oder in Jad. Es gibt verschiedene Längeneinheiten, die kann man ineinander umrechnen Diese Einheiten, in der ich das messe, das ist eine menschliche Vereinbarung. Wichtig ist nur, dass man sich nicht ständig ändert. Sie sie muss die gleiche sein und bei der Sekunde hat man sich jetzt weltweit eben und auch bei der absoluten Weltzeit. Man sich auf eine Zeit geeinigt, die irgendwo festgelegt wird, also weiß ich jetzt nicht genau, wo das ist, also das ist irgendso eine Atomuhr, die uns genau sagt wie, jetzt ist für die ganze Welt. 
Christian
00:17:13
Und die richtet sich ja nach der Planschenzeit, oder? Also ähm wir haben ja einen Zeit also. Nur für mein Verständnis, um das nachvollziehen zu können. Ähm sie haben gesagt, die Abfolge von Dingen, beziehungsweise das Vergehen von von Zeit ist ist existent und ist auch physikalisch existent und da können wir einfach nichts dran machen. Das ist ja nicht Menschen gemacht, dass es Zeit gibt, sondern es scheint ähm ein eine feste Größe zu sein in unserer Natur. Genau, und ähm dass wir jetzt eine Minute, sechzig Sekunden haben, das haben wir festgelegt aber das Vergehen von Zeit findet ja trotzdem statt. Das heißt, wir Menschen wollen es einfach nur scheinbar messbar machen, damit unser Leben in irgendeiner Form funktioniert, aber das Vergehen von Zeit ist ja trotzdem eine Größe und soweit ich weiß, ist, die Zeit dafür. Ähm dass das Kleinste äh ähm ermittelte oder die kleinste ermittelte Größe sozusagen, äh die wir bestimmen können, wie kurz ein Zeitpunkt sein kann. 
Gerd Ganteför
00:18:09
Ja, da kommen sie jetzt ich habe ja diesen YouTube-Kanal Grenzen des Wissens, da kommen sie jetzt definitiv äh an die Grenzen des Wissens, also wirklich in den in das Wesen der Zeit selber. Macht mir ja auch selbst Probleme, muss ich sagen. Was ich ja gerade erklärt habe, was ich als das Wesen der Zeit empfinde, die Veränderung, da wäre ja fast. Denk bar, dass die Zeit in unterschiedlichen Umgebungen unterschiedlich schnell vergeht, je nachdem an was man sie anbindet. Nach unserer Erfahrung ist es durchaus möglich für die Erde und alles menschengemacht und auch für das ganze Universum, die Astrophysiker, sowas ähnliches wie eine absolute Zeit, festzulegen, ja, also natürlich vergeht den weit entfernten Zonen des Universums das hat was mit der Relativitätstheorie zu tun, vergeht die Zeit etwas langsamer, also unterschiedlich schnell. Aber in einigermaßen vernünftigen Distanzen, wie meinetwegen, bis zum Mond oder bis zur Sonne vergeht die Zeit genauso schnell wie bei uns und da scheint es eine absolute Zeit zu geben, die sich übrigens in ihrer Länge auch über diese vielen Milliarden Jahren seit dem Urknall in ihrer Geschwindigkeit nicht verändert hat auf der anderen Seite habe ich das Gefühl, dass die die Zeitgeschwindigkeit ja vielleicht auch so irgendwas subjektives hat mit unserer Wahrnehmung zu tun hat das kann ich an dieser Stelle jetzt so nicht klar beantworten, also zumindest für die Physik gibt es eine eine absolute Zeit, die allerdings also nicht absolut im juten Sinne ist, sondern es gibt eine eine absolute Zeit, die natürlich relativ ist im Rahmen der allgemeinen Relativitätstheorie. Da ist es zum Beispiel so, allgemeine Relativitätstheorie sagt es in Gravitationsfeldern die Zeit langsamer vergeht. Das heißt, unsere Füße altern ein bisschen langsamer als unser. Weil unten vergeht die Zeit langsamer. Das ist aber zum Glück so wenig, dass es ja keine Probleme mit unserem Stoffwechsel gibt. 
Christian
00:20:02
Genau, darauf wollte ich jetzt ähm hinauskommen, weil sie jetzt schon mehrfach Newton erwähnt haben und die absolute Zeit. Der Meinung, dass die Zeit absolut ist. Und irgendwann kam dann Albert Einstein und hat mit seiner, ich glaube, erst speziellen Relativitätstheorie und später dann mit der allgemeinen Relativitätstheorie das auf den Kopf gestellt, aber Recht haben beide. Wo ist denn der Unterschied. 
Gerd Ganteför
00:20:26
Ja, also da nutze ich immer das Beispiel der flachen Erde. Also äh wenn wir jetzt hier äh mal wegen äh in unserem Ort sind, ähm also zu Hause und gucken raus, aus dem Fenster, das mache ich jetzt gerade, sehe ich einen Horizont und dann sieht die Erde schon ganz schön flach aus, ja. Also da könnte man sagen, ja die Erde ist eine Scheibe, sieht man doch, muss ja bloß rausgucken, ist doch alles flach, ne? Und wenn ich jetzt einen Eimer Wasser vorne aus der Straße ausschütte, dann fließt ja nicht irgendwo hin, sondern der verteilt sich gleichmäßig, weil's eben nicht gekrümmt ist, ja, also solange die Straße nicht gerade. Aufwärts oder abwärts geht. Also jedenfalls sieht das erstmal alles ziemlich flach aus. Erst wenn wir große Abstände haben, also zum Beispiel in der Raumstation, dann sieht man sehr deutlich, dass die Erde eine Kugel ist und äh diese diese Idee, das ist eine Scheibe, es liegt nur an unserer begrenzten Wahrnehmung, wenn wir jetzt nicht gerade Raumfahrer sind. Denken wir, sie ist eine Scheibe und Juden hat diese absolute Zeit und die klassische Physik und das Gravitationsgesetz hat er entdeck ja, also es ist ein Entdecker oder ja, ein Physiker, der hat diese Naturgesetze gefunden und für kleine Geschwindigkeiten und kleine Räume und kleine Zeiten, also den menschlichen Rahmen der Erfahrung, ist die Newtonschiff Physik mit der absoluten Zeit richtig, ja? Und deswegen kann ich jetzt zum Bahnhof gehen, um so um zwölf Uhr dreiundfünfzig fährt der Zug und der fährt dann auch wirklich um zwölf Uhr dreiundfünfzig diese Zeit meine Armbanduhr anzeigt. 
Christian
00:21:50
Vielleicht. In Deutschland wäre das vielleicht. 
Gerd Ganteför
00:21:53
Auf das Thema, ja, ja, okay, da da, das ist natürlich richtig, da gibt's dann auch noch, aber das hat jetzt nichts mit Physik zu tun, das nennt man dann Politik. 
Christian
00:22:01
Das ist schon klar. Okay. 
Gerd Ganteför
00:22:04
Ja und wenn ich das Gleiche machen würde, wenn ich jetzt zum Beispiel die die transgalaktische Rakete auf Alphatinauri erreichen will und die fliegt von hier aus gesehen in zwei Stunden und das ist fünf Lichtjahre entfernt dann wäre das wohl nicht hinhauen, weil meine Uhr würde, wenn ich jetzt mit fast nicht Geschwindigkeit nach Alphariis, um die transgalaktische äh Rakete nach Andromeda zu erwischen, dann würde die sonst was anzeigen, ja, weil dann hätte ich Zeit, Dilatation und Lenkkontraktion, was nicht alles. Und ich müsste große Rechnungen machen, um zu überlegen, wann ich denn frühestens in Alphari bin, aber die die Rakete würde jedenfalls zu einem ganz anderen Zeitpunkt nach meiner Uhr. Als nach der Uhr in der Rakete. Dann wird Zeit relativ. 
Christian
00:22:47
Zeit wird relativ und äh einsteind äh Relativitätstheorie ist in aller Munde. Aber ich habe das Gefühl, so richtig versteht's niemand. Worum geht's denn da? 
Gerd Ganteför
00:22:56
Ja, ich glaube, der der wesentliche Boom von Einsteins, Relativitätstheorie ist eben genau die Verknüpfung der Zeit mit den drei Raumdimensionen. Wir leben in einem vierdimensionalen Raum. Die Zeit ist so etwas wie eine Raumdimension. Auf jeden Fall hat sie einen ähnlichen Charakt. Und in der allgemeinen Relativitätstheorie müssen wir eine Mathematik nutzen, die vierdimensional ist. Also dreidimensionen brauchen wir ja um einen Ort genau zu definieren. Ja, also auf der Erde wäre das eben ein Lenkrad, Breitengrad und dann brauchen wir auch noch die Höhe, ne? Also je nachdem, es können ja höher oder tiefer sein. Das wären drei Ortsangaben. Dreidimensionaler Raum, aber wir brauchen, wenn wir uns treffen wollen, ja auch noch die Zeit. Um wie viel Uhr wollen wir uns denn treffen? Und äh das war bis jetzt trivial und die Zeit wurde, weil sie überall gleich auf der Erde läuft, dann nicht extra als Dimension oder so betrachtet, aber. Albert Einstein hat festgestellt, dass man Raum und Zeit krümmen kann. Das erklärt dir Gravitation, aber wir müssen die Zeit abhängig von der Raumkrönung mitkrümmen. Also das krümmt sich nicht alleine. 
Christian
00:23:59
Was bedeutet das denn, dass man das gründen kann. 
Gerd Ganteför
00:24:02
Ja also man kann das schlecht erfassen, weil unser Kopf ist nicht dafür gebaut, die vier dimensionale Raumkrümung zu verstehen. Dazu sind wir einfach zu dreidimensional. Aber ich kann ein Beispiel geben, also Nährbuch. Ist. Es gibt Elementarreichen, sogenannte Myonen, die entstehen in den oberen Bereichen der Atmosphäre und die haben eine Lebensdauer von einigen Mikrosekunden Also die zerfallen sofort wieder und können deswegen eigentlich nicht hier auf dem Erdboden ankommen. Also äh also die schaffen das einfach nicht, leben nicht lange genug. Selbst wenn sie mit Lichtgeschwindigkeit unterwegs wären aber sie kommen trotzdem hier unten an. Und wie machen die das? Die machen das mit Relativitätstheorie. Sie sind zwar mit Lichtgeschwindigkeit unterwegs und für die äh hundert Kilometer von den oberen Bereichen unserer Atmosphäre bis hier unten, sie dann so und so viel Mikrosekunden und so lange leben sie eben einfach nicht, aber weil sie mit annähernd Lichtgeschwindigkeit unterwegs sind, vergeht für sie in ihrem in ihrem System für diese Elementartaschen, die Zeit langsamer. Das ist eben die Vorhersage von Albern Einstein, Saliativitätsjury im bewegten System. Die Uhr langsamer. Das heißt, diese Viecher, diese Elementarteilchen leben von uns aus gesehen, weil sie so schnell sind, einfach länger. Als normal, aber das liegt nicht daran, dass sie plötzlich langlebiger geworden sind, sondern weil die Zeit für diese Deichen langsamer vergeht. So, das ist diese Zeit, die Latation, ja? Die Zeit ist verzehrt gut. Und was hat das mit dem Raum zu tun? Jetzt setzen wir uns auf so ein elementar Teilchen. So, das hat in seiner Eigenzeit. Kurze Lebensdauer könnte, so, jetzt, also ich mache jetzt einen Systemwechsel. Ich sitze jetzt auf dem Elementarteilchen, okay? Ich weiß, ich kann mich maximal mit Lichtgeschwindigkeit bewegen, habe aber nur eine Lebensdauer, die reicht einfach nicht, um innerhalb der Lichtgeschwindigkeit. Mit Lichtgeschwindigkeit den Erdboden zu erreichen. Ich erreiche ihn aber trotzdem und das liegt daran, dass die Zeitilatation immer mit der Längenkontraktion verknüpft ist, für das sich schnell bewegende Zeichen schnurrt, das ganze Universum und auch die Distanz zum Boden in Vorwärtsrichtung zusammen. Die Distanz wird kürzer. Sie wird wirklich kürzer. Es ist ein zusammenschnurendes Raumes, kürzere Distanzen. Für dieses Teilchen ist der Erdboden nicht mehr 1hundert Kilometer, sondern nur noch 30 Kilometer entfernt und dann kommt es unten an. Das heißt, im Ruhesystem des Erdbodens vergeht die Zeit langsamer für das Teilchen im Ruhesystem des Deichens, ist die Länge kürzer. In beiden Fällen kommt es unten an, aber das eine geht nicht ohne das andere. 
Christian
00:26:33
Also Zeit gibt es nur, weil es den Raum gibt. 
Gerd Ganteför
00:26:37
Ja, Zeit und Raum gehören zusammen, wir verstehen das nicht, die Mathematik kann es beschreiben, aber wir können viele Phänomene nennen, wo wir eine Zeitverkrümmung, also diese Relativität der Zeit immer, knüpfen müssen mit der Verkrümmung des Raums. Also die gehören zusammen. Wir erleben in einer vierdimensionalen Raumzeit. So schwer ist zu verstehen ist. 
Christian
00:26:57
Ich lassen sie mich ganz kurz die Relativitätstheorie, die allgemeine versuchen zu erklären und sie berichtigen mich, wenn irgendwas falsch ist. Ich steige in ein Raumschiff und möchte zu einem Planeten fliegen. Und während ich fliege und es wichtig, dass ich in in Lichtgeschwindigkeit fliege oder zumindest sehr schnell fliege, dann, Ich in einer anderen Weise als die Person, die ich auf der Erde zurückgelassen habe. Das bedeutet, wenn ich jetzt wiederkomme mit Lichtgeschwindigkeit gereist bin, dann bedeutet das, dass ich jünger bin die Person, die gleichmäßig geeilt sind auf der Erde. Ist das so richtig beschrieben? Okay. Jetzt ist aber die wichtige Größe die Lichtgeschwindigkeit. Ersten, also was ist überhaupt die Lichtgeschwindigkeit? Wie wird sie gemessen? Und warum. Ist die Lichtgeschwindigkeit das Schnellste, was wir haben? Warum gibt es nix schnelleres. 
Gerd Ganteför
00:27:52
Uiuiuiui. Das hat was. 
Christian
00:27:55
Ich frage mich das, ich frage mich das immer wieder, weil es man spricht immer von den Lichtgeschwindigkeit. Sind wir nicht im Stande etwas schnelleres zu messen oder haben wir noch nie etwas Schnelleres entdeckt? Woran liegt es? 
Gerd Ganteför
00:28:03
Nein, ähm äh das ist eine prinzipielle Grenze unserer Raumzeit also weder Energie noch Materie, noch Information kann sich schneller bewegen als mit Lichtgeschwindigkeit. Und das liegt daran, ähm dass wir ja diese Zeitdilatation haben, das heißt in bewegten Systemen, also nehmen wir an, wir fliegen jetzt mit einer Rakete relativ zur Erde mit immer mehr nähern sich der Lichtgeschwindigkeit an. Von der Erde aus gesehen vergeht die Zeit in der Rakete immer langsamer, bis sie, wenn sie die Lichtgeschwindigkeit dann erreichen, eigentlich stehen bleiben. Ne, also dann, dann vergeht keine Zeit. Und für in ihrer Rakete merken sie aber davon nichts. Sie bemerken allerdings eine Längenkontraktion, denn der Rest des Universums bewegt sich relativ zu ihrer Rakete. Annähernd Lichtgeschwindigkeit und dann kommt es ihnen so vor, als würde das Universum in ihrer Fortbewegungsrichtung, also in der Raumdimension, in der sie sich entlang bewegen, einfach zusammenschnurren, also als würde man das zusammendrücken und wenn sie die Lichtgeschwindigkeit erreichen, dann würde das Universum zu. Zusammenschnurren. Dann hätten sie die ganze Ausdehnung des Urknalls sozusagen rückgängig gemacht. Und äh das geht mathematisch nicht. Also sie können äh sie können nicht das Universum zu einem Punkt zusammen schnurren lassen. Sie können auch die Zeit. Anhalten, weil noch etwas passiert, Energie und Zeit sind verknüpft, die Energie der Rakete ins Unendliche ansteigen, genau bei Lichtgeschwindigkeit und das bedeutet konkret, dass die Masse ins Unendliche wächst. Die Masse der Rakete würde extrem schwer werden und die Energie haben sie nicht, die gibt's gar nicht. Die bräuchten die ganze Energie des Universums um wirklich. Auf Lichtgeschwindigkeit zu beschleunigen. Das heißt, wir haben Beilichtgeschwindigkeit, wenn wir etwas Behaftetes auf Lichtgeschwindigkeit beschleunigen wollten, da haben wir eine mathematische Singularität, eine Pohlstelle. Und wenn sie die überschreiten würden, dann würde die Zeit rückwärts laufen. Ja, weil sie, die Zeit ist stehengeblieben, wenn sie jetzt noch schneller werden, als die Lichtgeschwindigkeit. Dann würde nach der allgemeinen Relativitätstheorie die Zeit rückwärts laufen. Das heißt, sie würden eine Zeitreise in die Vergangenheit machen, und das widerspricht dem absolut fundamentalsten Naturgesetz, was ich persönlich kenne, also ist ein bisschen Ansichtssache, was man für fundamental hält, aber fundamental ist die Kausalität. Dass eine Ursache immer vor der Wirkung eintritt. Wir haben bisher an keiner einzigen Stelle in, in der ganzen physikalischen Forschung, natürlich auch in anderen Forschungszweigen es nie gefunden, dass wir eine Umkehrung von Ursache und Wirkung haben. Die Kausalität wird nirgends in unserem Universum gebrochen. Das heißt, es gibt keine Zeitreisen, die die Vergangenheit und das heißt, es gibt keine Überlichtgeschwindigkeit. Sie ist verboten. Diesem Naturgesetz. Also das ist das Gewebe an Naturgesetzen, was wir heute kennen. Es kann sein, dass wir irgendwann mal was Neues finden, vielleicht außerhalb der vierdimensionalen Raumzeit. Innerhalb der vierdimensionalen Raumzeit. Also es ist ungefähr so, wie in unserem Dorf hier, da haben wir eine Geschwindigkeitsbegrenzung von 30 Stundenkilometern und alles kann maximal mit 30 Stundenkilometern herumfahren. Das heißt aber nicht, dass außerhalb meines Dorfes nicht andere Geschwindigkeit. Begrenzung gelten aber in unserem Universum gilt die Lichtgeschwindigkeit als absolute Begrenzung für alles, was also Information, Materie und Energie. 
Christian
00:31:27
Okay, so habe ich das noch nie gesehen. Es ist äh total interessant. Ich glaube, ich habe das jetzt auch zum ersten Mal richtig äh verstanden. Also wir werden es niemals schaffen, tatsächlich in Lichtgeschwindigkeit zu reisen. 
Gerd Ganteför
00:31:40
Es genügt, wenn sie sich Andi nicht Geschwindigkeit annähern. Also wir bräuchten, äh weil's eben immer mehr Energie kostet, immer näher an die Lichtgeschwindigkeit heranzukommen. Wir bräuchten schon sehr starken Antrieb und da fällt mir also einziges Diffusion ein Fusions äh. Könnten wir zumindestens ja eine unbemannte Sonne oder so losschicken. Und das Interessante ist, wenn wir es wirklich schaffen sollten, uns an die Lichtgeschwindigkeit anzunähern, dass ja dann Lenkkontraktion und Zeitilatation zum Tragen kommt. Das heißt, wenn Alpha zehn Tauri vier Lichtjahre entfernt sind, dann bräuchten wir gar nicht viel Lichtjahre. Wir könnten vielleicht in drei Monaten bis Alphari als Raumfahrer fahren und zwar würde in unserer Rakete von der Erde aus gesehen die Zeit langsamer vergehen. Wir bewegen uns dann also für Erdbewohner, die mit einer Kamera, mit so einer Überwachungskamera ne? Bewegen wir uns da in Zeitlupe in unserer Rakete. Wir selber bemerken gar nichts davon. Was wir aber bemerken ist die Lenkunteraktion. Alpha Zentauri kommt uns freundlicherweise entgegen. Das heißt, der Raum schnurrt zusammen und es ist auf einmal gar nicht mehr so weit. Bis zu unserer Nachbarsonne. Und da könnten wir in drei Monaten da sein. Da müssen wir allerdings abbremsen, ne, weil wir sehr schnell unterwegs sind und werden dann recht flott in Alpha Zintari. Wir könnten sogar mit einem starken Triebwerk auch die Galaxis durchqueren in wenigen Jahren. Von mir aus Allerdings würden dann auf der Erde viele Millionen Jahre vergehen, ja? Äh und wenn wir zurückkommen, äh dann kennen wir niemanden mehr und vielleicht gibt's auch gar keine Menschen mehr. Aber wir selber in unserer Eigenzeit könnten das tun. 
Christian
00:33:13
Das was sie jetzt gesagt haben, gibt's aber eigentlich nur aufm Papier. Na ja. 
Gerd Ganteför
00:33:15
Was jetzt? Ich habe eine Menge gesagt, ich weiß nicht genau, was sie meinen. 
Christian
00:33:20
Naja, diese ganze Sache mit der Lichtgeschwindigkeit und das dann die Zeit langsamer beziehungsweise unterschiedlich vergeht und dass man ähm weniger altert oder dass es Zeit langsamer vergeht, wenn man schnell reist, also mit mit fast Lichtgeschwindigkeit. Wir haben das ja nie erfahren, das heißt äh das. Wie denn? 
Gerd Ganteför
00:33:37
Doch, doch. Also sie ähm äh die haben irgendwann mal so eine Atomuhr in so ein Flugzeug reingewuchtet, also ist schon eine Weile her. Eine baugleiche Atomuhr auf dem Lugafen zurückgelassen und dann ist das Flugzeug zehn Stunden geflogen und dann ist die Atomuhr im Flugzeug eine Weile nachgegangen. Also nicht gerade viel, weil das Flugzeug dann nicht Geschwindigkeit hat, aber doch eine gewisse Geschwindigkeit, und sie ist, glaube ich, zehn oder 50 Nanosekunden nachgegangen. Also im Zugzeug ist die Zeit definitiv langsamer vergangen. 
Christian
00:34:04
Okay, also das gibt's wirklich. 
Gerd Ganteför
00:34:07
Ja, natürlich, also da, ja, ne? Sie müssen, also Lichtgeschwindigkeit ist da eine sehr hohe Geschwindigkeit. Aber auch bei unseren müden tausend Stunden Kilometern oder Wasser, so ein Flieger hinkriegt, sieht man durchaus die Zeit, die Latation. Auch diese Gravitationszeitverschiebungen übrigens. Braucht es GPS-System, weil die Geostationären Satelliten, die das Bezugssystem für für diese Navigationssysteme sind, für die vergeht die Zeit schneller als für uns auf der Erde, weil im Gravitationsfeld tief unten drin, da wo wir sind vergeht die Zeit langsamer. Und diese Zeitkorrektur für diese genaue Ortsbestimmung von diesen Satelliten her die muss durchgeführt werden, sonst landen sie immer im Kanal statt in ihrer Garage. 
Christian
00:34:49
Bedeutet, wenn die Zeitkorrekturen nicht stattfinden würde über angenommen tausend Jahre beispielsweise, dann könnte es sein, dass in den Alpen oben in den Alpen eine andere Zeit herrscht als in Kiel. 
Gerd Ganteför
00:35:03
Aber sicher doch. Ja aber das ist äh ist ja jetzt nicht weiter. Das ist allgemeine Relativitätstheorie. Für mich ist das das machen wir im zweiten Semester, glaube ich oder sogar allgemeine Relativitätstheorie machen wir im fünften Semester. Aber das äh das ist äh allgemeines also für die Physiker, ja, äh ist das jetzt nichts besonders Aufregendes. Kann auch, das ist der selbe Effekt, einen Laserstrahl, der ist ja sehr schmalbandig. Da weiß ich, die Farbe aber wirklich haargenau. Nach oben schießen. Und wenn ich den unten losschicke äh mit einer bestimmten Frequenz und er müht sich ab nach oben zu kommen dann wird da immer roter, er verfärbt sich, das ist die Gravitationsrotverschiebung und die kann ich auch erklären über dieses Phänomen, dass unten im Neben Gravitationsfeld die Zeit langsamer vergeht, dann ist die Frequenz niedriger, der Strahl ist ist röter als oben im Gravitationsfeld. Also ich sehe, dass langsamer werden der Zeit auch am Lesestrahl, den ich senkrecht nach oben schieße, in einem, also im Erdfeld. 
Christian
00:36:03
Also für für mich als als nicht Physiker, ja ist das natürlich jetzt belege, wo ich sage, okay, das gibt es wirklich, weil was ich so interessant daran finde, ist, äh Zeit an sich ist so ein Phänomen, was wir nicht greifen können. Also wir wir haben es irgendwie messbar gemacht, aber so richtig weiß man halt nicht was es ist. Und jetzt kommt die Physik daher und sagt, ja pass auf, wenn du jetzt so einen Laserstrahl einfach in die Luft erhältst, so und wir messen das mal, dann kannst du sehen, wie sich die Zeit verändert. Und plötzlich wird Zeit sichtbar und und zwar die die. Nicht die Zeit auf der Uhr, sondern die Naturzeit. Und das ist ja das Phänomen. 
Gerd Ganteför
00:36:37
Ja Also ich denke mal, das ist so wie dass die Erde rund ist, ja. Da ist doch mal irgendwann einer dann endlich mal um die Erde rumgefahren und dann hat die mit einem Zack gefehlt, ja, weil wenn sie, je nachdem, wie rum, nach Osten oder nach Westen um die Erde, um den Äquator oder auch hier auf unserer Höhe einmal um die Erde rumeiern geht einmal weniger, ich glaube, wenn sie Richtung Westen gehen, ne, geht einmal weniger die Sonne auf, für sie als für die Leute, die zurückgeblieben sind. Und insbesondere kommen sie eben, wenn sie nach Westen gehen, aus dem Osten wieder zurück und das ist dann der Beweis, dass es eine Kugel ist, die Erde Aber für die, die zu Hause geblieben sind, die bezweifeln vielleicht immer noch, dass es eine Kugel ist Und so ist das eben auch mit dieser Wahrnehmung, der Krömung von Raum und Zeit und was Zeit überhaupt ist. Wir haben eine sehr stark vereinfachte, unmittelbare Alltagserfahrung einer absoluten Zeit. Aber auf in der in der Physik, sowohl in der Welt des ganz kleinen und auch natürlich in Astrophysik falsch. Und unser Kopf ist gar nicht dazu gestrickt, dass überhaupt zu erfassen. 
Musik
00:37:33
 
Gerd Ganteför
00:37:37
Es ist was vollkommen fremdartiges. 
Christian
00:38:04
Was aber auch fremdartig ist, Herr Gante für. Wir können uns jetzt erinnern, also wir sie haben vorhin gesagt, in der Zeit läuft immer in eine Richtung und eigentlich können wir gar nicht nach hinten schauen, aber wir Menschen können es, dadurch, dass wir ein Gehirn haben und uns erinnern können. Jetzt ist das natürlich irgendwie nicht miteinander. Verknüpfbar, aber beides ist ja natürlich ein Ursprungs. Was macht das für einen oder was macht das mit einem Physiker, wenn man diese beiden wenn man diese beiden Pole, ich sage mal, gegenüberstellt, ist das also fühlt sich das komisch an? 
Gerd Ganteför
00:38:38
Sie meinen die abgespeicherten Ereignisse in meinem Gedächtnis, die haben ja aber keine Realität. Es ist nur schwache Echos, so wie ein Schatten oder so, der. Vorgänge in der Vergangenheit. Die Vorgänge in der Vergangenheit sind verloren. Sie sind geschehen. Sie sind allerdings nicht wirklich verloren, weil sie ja die bedingen ohne ohne das vor einer Woche oder vor einem Jahr irgendwas passiert wäre, dann gäbe es ja den heutigen Zeitpunkt nicht. Also wir sind das Produkt einer Kette von Prozessen aus der Vergangenheit. Und was das für Prozesse waren, deren Realität ist verloren, weil sie liegen in der Vergangenheit, aber dass sie passiert sind, das muss ja sein, sonst gebe es uns nicht. Und wir haben Informationen über diese Prozesse, also wie zum Beispiel mein Vater und meine Mutter. Ausgesehen haben, habe ich als Erinnerung in meinem Gedächtnis, aber ich habe ja nicht wirklich meinem Vater in meinem Gedächtnis, sondern nur ein Bild meines Vater. Damit habe ich jetzt kein Problem. Ich kann natürlich Aufzeichnungen machen, äh also auch schriftlich was aufschreiben über Dinge, die in der Vergangenheit passiert sind oder während sie passieren, schreibe ich das auf und trage sie mit in die Zukunft. Aber äh die Objekte, meinetwegen ein Zettel, auf dem ich was aufgeschrieben habe, der ist ja in der Jetztzeit da und auch die Neuronen, die meine Erinnerungen tragen, die sind in der Jetztzeit da. Also es ist nicht wirklich etwas in der Vergangenheit, in meinem Kopf, sondern nur Echos von oder Informationen über Vorgänge in der Vergangenheit sind abgespeichert in meinem Gehirn. Das macht mir jetzt eigentlich kein Problem. 
Christian
00:40:12
Würden sie dann sagen, dass diese Echos, die sie jetzt äh als Erinnerung bezeichnen, ich sage mal, weniger also ich will nicht sagen weniger Wert haben, aber ein ein geringeren Einfluss haben, als das aktuelle, was jetzt passiert, auf das Fortkommen des Lebens. 
Gerd Ganteför
00:40:28
Hui, äh das gehört jetzt aber nicht mehr in die Physik, würde ich sagen, oder? Also. 
Christian
00:40:34
Das gehört grundsätzlich nicht mehr in in die Physik, aber das was ich versuche äh zu verstehen ist, dass wir auf der einen Seite in der Lage sind, das alles zu berechnen. Wir können Laserstrahlen äh quer durch die Weltgeschichte schicken und so weiter. Aber gleichzeitig gibt es eine andere Zeit ebene, die und Identität voller, die uns Menschen Identität verleiht und die völlig ähm der gegenüber steht. Die die Physik uns ähm darbietet. 
Gerd Ganteför
00:41:01
Das ist natürlich wirklich auch, jetzt habe ich's glaube ich verstanden, sehr aufregender Punkt, also unsere subjektive Zeitwahrnehmung. Also zum Beispiel, was ist denn das jetzt? Dieser Augenblick, was hat der für eine Länge? Der kann ja nicht unendlich kurz sein. Ich ich muss das jetzt, diesen Augenblick, als eine endliche Zeitspanne aufnehmen, so 'ne Art Zeitkorn, in dem ich jetzt in diesem Augenblick lebe und das ist nicht zehn hoch minus neunundneunzig Sekunden, sondern ich weiß nicht, das haben die Psychologen rausgebracht, das ist aber was sehr supi, vielleicht kommen wir weiter an der Stelle, wenn wir uns mit äh entweder sehr kleinen Kindern oder auch mit mit Tieren mal vergleichen Tiere, die leben. Das hat so einen Verhaltensforscher mal analysiert als Vergleich gebracht, die Leben erleben die Zeit wie so ein Fluss, auf den man in einem Kahn unterwegs ist, aber in einem Nebel. Sie können sich nur an die unmittelbare Vergangenheit, also jetzt so eine Antilope oder sowas ähm an nur an die unmittelbare Vergangenheit der letzten zehn Sekunden erinnern und sie können auch nur vorausschauen, also sich überlegen, was könnte denn als nächstes passieren? Die nächsten paar Sekunden. Sie sehen also von diesem langen Fluss der Zeit. Nur das unmittelbar zurückliegende und das unmittelbare Vorausliegende. Und das ist natürlich sehr dumm, denn wenn zum Beispiel äh. Meinetwegen gestern, die Antilope an genau derselben Stelle am Fluss vom Löwen überfallen wurde, dann hat sich das aber schon längst vergessen und geht treu wieder genau an dieselbe Stelle und diesmal wird sie vielleicht wirklich gefressen und und das eben bisschen dumm. Das ist hat die Evolution rausgekriegt, dass ein Tier ohne Gedächtnis geringere Überlebenschancen hat und auch ein Tier ohne was zu also das nicht in die Zukunft vorhersehen kann. Also wenn da vorne jetzt in hundert Meter Entfernung Säbelzahntiger kommt, dann weiß ich, ich gehe besser nicht weiter in diese Richtung, weil ich kann mir vorstellen, dass ich dann in der da vom Seebitzahntiger angefallen werde. Ich kann also auch ein bisschen in die Zukunft gucken. Und das kann nur der Mensch, der Mensch hat eben auf diesem Fluss der Zeit, der sitzt nicht im Nebel, sondern er hat eine lange Erinnerung an die Vergangenheit und das braucht er auch um die Sozialstrukturen aufzubauen. Ich muss wissen, wer mein Onkel ist und sowas alles, ja. Also, dass ich so eine Identität aufbaue, die brauche ich hauptsächlich, um eine Gemeinschaft aufzubauen. Und diese Gemeinschaft ist natürlich auch ganz wichtig jetzt, um zu überleben, ja, in der Gemeinschaft sind wir Menschen sehr, sehr stark. Wir können also Gruppen bilden, ne? Alle, ja, also aber auch in der Umgebung kommt man besser klar, wenn man eine also ich weiß zum Beispiel, dass letztes Jahr war Winter und vielleicht kommt jetzt wieder ein Winter, also Zeitwahrnehmung. Das kann der Mensch sehr gut. Tiere haben eine sehr, sehr viel mehr begrenzte Zeitwahrnehmung und deswegen. Doch sehr häufig sehr dumme Fehler. Aber das Ganze ist ein Evolutionsparameter, also Optimierungsprozess und ich könnte mir vorstellen, dass die Menschen in einer Millionen Jahren vielleicht einen noch viel größeres Gehirn haben als wir jetzt, ja, also Gehirn des Menschen hat sich in rund drei Millionen Jahren von dem des Menschen Affen im Volumen verdreifacht. Also der Kopf hat sich gewaltig aufgebläht und deswegen haben wir diese Fähigkeiten. Vielleicht können wir in der Zukunft noch viel besser die Vergangenheit uns erinnern, also nicht so dunkel erinnern, wie ich mich an meine Kindheit erinnere, sondern ich kann mich viel besser erinnern oder auch viel mehr in die Zukunft projizieren. Ähm im Augenblick ist das noch sehr begrenzt für uns, finde ich. 
Christian
00:44:26
Jetzt haben wir diese beiden Pole so ein bisschen gegenüber gestellt. Hm welche. Erkenntnisse der Astrophysik, die sie vorher beschrieben haben, also zum Beispiel auch Einschätzrelativitätstheorie, haben denn eigentlich Einfluss auf unser heutiges gesellschaftliches Leben und in welcher Form haben sie Einfluss auf unser Leben? 
Gerd Ganteför
00:44:46
Oi oi oi also ich denke, dass die Anschlüsse der Astrophysik viel größer, als man meint, ja, also es gibt ja genug Leute, äh die meinen jetzt, ja, was interessiert mich denn, was auf Alpha Zentauri passiert oder oder sonstwo Ich denke, äh dass wir Menschen eben mehr sind als rein materialistische Roboter, die einfach jeden Tag gewässert werden müssen, ja, wir müssen was zu trinken kriegen und was wutern. Und dann rennen wir weiter, sondern wir sind ja geistige Wesen. Also manchmal habe ich so meine Zweifel, je nachdem, was gerade in der Uni wieder so los war, aber äh für gewöhnlich sind wir doch auch Geiste gewesen in der geistigen Welt, in einer Vorstellungswelt unterwegs sind Ich denke, dass die Vorstellungswelt also auch der Glaube übrigens, äh dass der eine sehr große Rolle spielt, mit dem, was hier in unserer Gesellschaft passiert. Vielleicht nicht unbedingt in der Technik aber in unserer Gesellschaft. Und wenn ihr zum Beispiel, was vielleicht nicht mehr so lange dauert, eine zweite Erde entdecken, die vielleicht sogar eine atembare Atmosphäre hat damit rechne ich eigentlich in vielleicht zehn, zwanzig Jahren und äh vielleicht in 20, 30 Lichtjahren Entfernung und es gibt ein neues Teleskop, es werden ja Teleskope gebaut und wir sehen, da ist eine blaue Kugel, wir wissen, da sind mehrere, wir wissen, es hat vielleicht zehn, zwanzig Prozent Sauerstoff. Ja, dann dann ist das eine Veränderung, ja? Es ist bedeutet oh verflixt unsere Erde ist nicht die Einzige. Ich meine, wir können erstmal nichts machen, weil es verflixt weit weg ist, ja. Kommen wir erstmal nicht hin. Aber das Bewusstsein ändert sich doch. Ich denke, es wäre eine Sensation und die Menschen würden sehen, oh, verflixt, es gibt noch eine zweite Erde und das gibt das würde ja bedeuten, es gibt hunderte von Erden oder Tausende von Erden in der Galaxis und natürlich wird es da auch Leben geben Es ist äußerst unwahrscheinlich meines Erachtens, dass da nicht auch zumindest einfaches Leben existiert. Und das würde dort, wirklich was ausmachen, denke ich, für für unsere Gesellschaft. Es relativiert den Menschen, also ja, zum, also das ist ein Asp ja, es sind äh es macht uns relativ, wir sind nicht mehr absolut die einzigen. Die einzigen Intelligenten in 1000 Lichtjahre äh Umfeld, aber jenseits von 1000 Lichtjahren wie schon denken, gibt's vielleicht auch noch andere intelligente Lebewesen. Aber das das dauert vielleicht noch sehr lange bis wir das rausfinden werden. Aber das verändert unsere Psyche Es gibt noch einen Punkt, ähm was wir auch gelernt haben in der Astrophysik ist oder auch in der Physik insgesamt, dass die Naturgesetze auf ganz eigenartige Art und Weise doch seltsam maßgeschneidert sind. Es gibt diesen Ausdruck, also maßgeschneidertes Universum, das Leben zulässt Man kann sich einigen Naturgesetze, übrigens auch die Gravitationskonstante oder auch die Lichtgeschwindigkeit. Man kann die im Rechner in einem virtuellen Universum verändern und dann hat man ein neues Universum, ne. Ich mache zum Beispiel Gravitation ein bisschen stärker. Und was dann passiert ganz oft mit diesen Konstanten, auch äh die Feinstrukturkonstante, also alles sind alles Naturkonstanten, was dann passiert ist, dass das Universum kein Leben mehr trägt, jedenfalls kein Leben mehr in unserem Sinn. Es gibt eine ganze Menge. Naturgesetze, Naturkonstanten, die genau so sind, dass es in diesem Universum Lebewesen gibt, die darüber nachdenken können, warum diese Natur Konstanten so sind. Also ich will da jetzt nicht auf den lieben Gott hinaus, also kein bewusstes Lebewesen und doch ist es eine Tatsache. Unser Universum ganz anders sein könnte. Wir können uns virtuelle Universen mit anderen Eigenschaften im Computer erzeugen. Und nur dieses hier erlaubt Leben. Also ich finde das eine fantastisch interessante Sache und auch das relativiert unser Sein. Wir sind nicht mehr so arrogant. Ja, also es zeigt uns unsere Kleinheit, dieses riesige Universum, aber gleichzeitig auch. Das ist irgendwas besonderes ist. Also ich finde es, ja, ist vielleicht mehr was philosophisch ist, aber es verändert den Geist. Und die Astrophysik ist da ganz wichtig. 
Christian
00:48:45
Hm, aber sie würden trotzdem sagen, dass die die das Universum, so wie's jetzt ist, eigentlich ein Zufallsprodukt ist. 
Gerd Ganteför
00:48:52
Oi, also ich habe die Vorlesung im vorletzten Sommer gehalten, Grenzen des Wissens und da ging es auch um das maßgeschneiderte Universum. Also da gibt's ein paar ganz konkrete Ganz konkrete Beispiele, zum Beispiel die Stärke der starken Wechselwirkung, wenn ich die ein bisschen verändere, ich glaube um zehn Prozent, dann habe ich entweder ein Universum, wo es überhaupt keinen Wasserstoff, oder nur Wasserstoff. Wasserstoff heißt kein Wasser und damit kein Leben und nur Wasserstoff heißt kein Wasser und damit kein Leben. Also in beiden Fällen, wenn ich die Stärkewirkung ein bisschen verändere, habe ich kein Leben. Und ich hatte da drei oder vier mögliche Erklärungen angegeben und ist meines Erachtens zum heutigen Zeitpunkt ein bisschen ja, Geschmackssache, für welche Erklärung äh warum das so ist. Ist ja ein bisschen komisch, ne? Sicht entscheidet. Ja eine Möglichkeit ist es ist Zufall. Das heißt es gibt nur ein Universum und in diesem einen Universum ist es eben so und so ist es eben. Aber das äh ist irgendwie so ein bisschen unbefriedigend, ne? Also wieso, wenn es nur das eine Universum gibt warum ist der nun genau so? Die andere Möglichkeit ist, es gab äh es gibt also Multiversen. Nicht bloß einen Knoten Urknall und wir haben ja eben das Problem, dass wir den Urknall noch nicht erklären können. Und äh vielleicht gibt's ja gab's ja dann doch mehrere Urknalle, ne. Wir hatten ja auch lange gedacht, es gibt nur eine Erde und jetzt ist ziemlich klar, es gibt wahrscheinlich ganz viele Planeten Dann haben wir gedacht, es gibt nur eine Sonne und gibt ganz viele Sonnen und so weiter und jetzt denken wir, es gibt nur ein Universum. Da habe ich, es könnte ja sein, dass es dann doch viele Universen gibt und dann ist eben nur dieses eine Universum zufällig bewohnbar, so wie nur bestimmte Planeten bewohnbar sind. Die dritte Möglichkeit ist eine bewusste Entität, ein Gott allerdings äh muss dieser Gott, wenn er allumfassend ist, diese ungeheuerlichkeit des Universums und auch der Welt des ganz Kleinen, also der Quantenphysik des Element äh des Mikrokosmos umfassen, es muss also ein ein. Ein unglaublich umfassendes Wesen sein. Aber ich glaube, das ist ja auch die Idee von Gott, dass er so enorm groß ist. Dann gab's noch eine vierte Möglichkeit, dass es Naturgesetze auf einer Ebene gibt, die höher ist, als die uns zugänglich ist. Und wenn wir diese höher gelegenen. Gesetze kennen würden, dann würden wir verstehen, warum die Gravitationskonstante genauso stark ist und warum die Feinstruktur konstante genauso sein muss. Dass also die Natur konstanten und naturgesetzt, wie wir sie kennen, nur eine eine Folge sind übergeordnete Naturgesetze, die wir noch nicht kennen. Also vier Möglichkeiten. 
Christian
00:51:24
Ich habe äh. In ihrem Video gesehen in ich glaub das war 214 in der Nacht der langen Wissenschaften da haben sie das Ende des Universums gezeigt. Sie haben gezeigt, äh wie das Hubbel äh etwas gezeigt hat, wo das Universum zu Ende ist. Und sie haben gesagt, das ist das Ende des Universums. Und ich habe mich gefragt. Wenn das das Ende ist, also Sie, Sie haben erklärt, dass es deswegen das Ende, weil das Licht bis noch nicht vorgedrungen ist. Also das das Universum dehnt sich aus in Form von Licht sozusagen und überall, wo das Licht noch nicht hingekommen ist, dort ist noch kein Universum, aber es wird sich weiter ausbreiten. Wenn wir jetzt aber sehen können, wo nichts ist, dann bedeutet das doch, dass dort etwas sein muss. Also verstehen sie, wie wie ich das meine? Wie wie, ne, wir sehen einen Unterschied. Wir sehen äh einen Unterschied von. Hier ist Licht und hier ist kein Licht und wenn ich wenn ich wenn ich sagen kann, da ist kein Licht, dann weiß ich ja, okay, da ist etwas, wo gleich Licht sein wird, was das ist, weiß ich noch nicht, aber grundsätzlich ist es erstmal irgendwas. 
Gerd Ganteför
00:52:29
Ja, also äh vielleicht ich kann ich kann vielleicht nochmal meine Sichtweise nochmal ein bisschen präzisieren und zwar habe ich ein Video gezeigt, das ist ein Zusammenschnitt von Aufnahmen und das da gibt's das Ultradeepfield hat das soweit geguckt, wie es überhaupt gucken kann und äh am Ende ist eine schwarze Wand. Und äh diese schwarze Wand ist äh die Grenze wie weit wir gucken können, einfach durch die Lichtgeschwindigkeit. Das Universum hat ein bestimmtes Alter, diese 13,6 Milliarden Jahre. Wir können grundsätzlich nicht weiter. Als das Licht in dieser Zeit reisen kann. Das heißt, von solchen Objekten, die eben 13,6 Milliarden Lichtjahre, Lichtjahre ist eine Distanz, dass ein Objekt, was 13,6 Milliarden Lichtjahre entfernt ist, das schickt also lichtlos und das kommt eben, der gesamten Zeitdauer des Alters, des Universums bei uns an. Wenn es ein Objekt 15 Milliarden Lichtjahre entfernt ist und Licht zu uns losschickt, dann kommt das Licht erst in zwei Milliarden Jahren an, weil es war einfach nicht, Zeit, dass der Universum ist noch nicht alt genug. Und äh wir gönnen uns das so vorstellen, dass nehmen wir mal einfach an, das Universum sei insgesamt unendlich groß, aber uns ist durch die Endlichkeit der Lichtgeschwindigkeit. Also wir können nicht weiter als das Licht in dieser Zeitdauer der Existenz des Universums reisen kann. Uns ist nur eine Kugel mit einem Radius von 13,6 Milliarden Lichtjahren zugänglich. So, das ist sozusagen unser, unser Raum bisher und wenn das Universum älter wird, also müssen wir ein paar Milliarden Jahre warten, dann wird diese Kugel, die uns zugänglich ist, immer größer. Wir können aber keine Aussage darüber machen, was sich außerhalb der uns zugänglichen Kugel befindet. Allerdings inzwischen kann man doch eine Aussage machen, denn es gibt Leute, die haben die Raumkrümmung gemessen. Auf diesen äh auf diesen gigantischen Zeitskahl und sie haben rausgefunden, dass das Universum perfekt flach ist, wie eine Tischplatte, absolut flach. Die Masse krümmt ja den Raum und wenn das Universum absolut flach ist, dann bedeutet das, dass auch am Rand. Massendichte sich weiter fortsetzen muss, konstant, sonst würde der Rand, wie beim Teller, so nach oben. Ja, dann wird er, der Raum müsste, wenn wenn die Masse am, am, am Ende da an diesem, an dieser Grenze, wenn da die Masse zu Ende wäre und dahinter wäre keine Masse mehr, dann müsste der Raum sich da am Schluss krümmen Also diese Kugel müsste also so am Rand irgendwie Krümungserscheinungen zeigen, weil wenn dahinter wirklich nichts mehr ist, aber sie ist flach Und die Forscher haben daraus geschlossen, dass sich die Massendichte über diese Grenze, die uns gesetzte Grenze hinaus fortsetzen muss, um mindestens das Hundertfache. Von der Massendichte her und der Tatsache, dass unser Raumelement absolut flach ist, schließen wir dass der Raum sich ungefähr um das hundertfache, mindestens weiter fortsetzt, jenseits der uns gegebenen Grenze. Sein, dass das Universum unendlich ist, das können wir nicht sagen, aber jedenfalls dehnt es sich jenseits dieser Grenze, die uns gesetzt ist, weiter aus. 
Christian
00:55:37
Das ist eigentlich finde ich so toll, dass sie das nochmal sagen, dass es nicht sicher ist, ob das äh Universum unendlich äh ist, weil es macht mir eigentlich, das äh passiert eigentlich gar nicht mehr zum Thema, aber ähm es es macht ein Unbehagen zu wissen, dass das Universum unendlich sei, weil das würde ja die Theorie von zwei Universen beispielsweise komplett ähm ja ad acta legen. 
Gerd Ganteför
00:55:58
Nein. Nein, nein, nein, nein, nein. Nein. 
Christian
00:56:00
Aber wenn etwas ein N, aber wenn etwas unendlich ist, dann kann, es können ja nicht zwei Unendlichkeiten geben. Es funktioniert ja nicht. 
Gerd Ganteför
00:56:06
Nein, nein, nein, äh nein, wir wir leben in einer vierdimensionalen Raumzeit, multiversen kann es nur geben, wenn man höhere Raumdimensionen zulässt. Das heißt, wir sind Bewohner eines Blatt Papiers und tatsächlich leben wir aber an einem Buch. Wir wissen aber nicht, dass es andere Seiten gibt. Wir denken, unsere Seite ist die einzige. Unsere Seiten, das ist eben nicht zweidimensionales Stück Papier, sondern die vier dimensionale Raumzeit. Also es gibt allerhand Theorien in der Physik, äh die annehmen, dass es höhere Raumdimensionen gibt und sie brauchen ja nur eine einzige höhere Raumdimension, dann können sie schon wieder unendlich viele vier dimensionale Raumzeiten in einer Seuchen in einem solchen übergeordneten Universum unterbringen. Nein, also ein unendliches Universum heißt noch lange nicht, dass wir keine anderen Universen haben. Im Gegenteil, also wenn überhaupt, dann würde ich denken, dass andere Universen äh in einer Parallelen, in einem Parallelen Universum, aber. In ein, da brauchen wir auf jeden Fall zusätzliche Raumdimensionen nach allem, was ich mir vorstellen kann. 
Christian
00:57:07
Weil ich hätte jetzt gedacht, dass die Unendlichkeit alle Raumdimensionen betrifft. Also wenn sich etwas unendlich. 
Gerd Ganteför
00:57:13
Wir leben also nur die die Unendlichkeit betrifft unser vierdimensionaler Raumzeit. Ich ich stelle mir das immer so vor, dass wir Bewohner einer Steppdecke sind, ja, weil wir hatten mal an so eine alte. Geerbt, da waren so Milben drin. Und die kannten eben, ja, also die muss man wegschmeißen, oder? Aber da, die kannten eben nur diese Steppdecke, ja, und für diese Milben war die Steppdeck Decke beliebig groß, ne? Also weil die sind ja so klein, ja? Und und das ist, wäre auch vollkommen egal für die Milben, ob die Steppdeckel unendlich groß ist oder nur 10 Meter lang. Für die ist sie einfach unendlich groß. Und die konnten sich gar nicht vorstellen, dass irgendwas außerhalb ihrer stirbt wenn ich die mal als zweidimensionales äh zweidimensionale Entität annehme, dass da etwas außerhalb existiert, zum Beispiel das Bett selber oder der Fußboden, ja? Wir leben in einer vierdimensionalen Raumzeit und können uns nicht vorstellen, dass es oberhalb oder unterhalb. In einer höheren Raumdimension etwas geben könnte. Wir können uns noch nicht mal vorstellen, dass es überhaupt eine andere Raumdimension geben könnte. Das heißt aber noch lange nicht, dass es die nicht gibt. Aber unsere, unsere Steppdecke kann ruhig unendlich ausgedehnt sein. Es ist ja oberhalb und unterhalb der Steppdecke Platz. Also das ist mein Ansatz. Eine höhere also das ist ungefähr so ein ja wir sind in einem Bereich, wie die Raumkrümmung selber, wir nehmen sie alle gekrümmte Raumzeit, können sich unser Gehirn mit unseren Erfahrungen nicht vorstellen und trotzdem gibt es das. Und es könnte eben auch sein, ganz analog, dass es höhere Raumdimensionen gibt. Also die Realität viel umfassender ist, als das, was wir hier sehen mit unseren äh drei Raumdimensionen und der Zeit. 
Musik
00:58:44
 
Gerd Ganteför
00:58:49
Aber ist Spekulation. 
Christian
00:59:00
Welche Bedeutung hat denn die Uhr nach ihrer Ansicht wirklich. Also sie haben jetzt gesagt, nee, es gibt 13,7 Milliarden Jahre ähm und ähm die Ausdehnung vollzieht sich ja noch. Ähm ja hat die, die die Uhr überhaupt irgendeine Bedeutung in in der Astrophysik? 
Gerd Ganteför
00:59:22
In der Astrophysik. Sehr wohl, also äh wir messen also zunächst mal müssen wir unterscheiden zwischen der Zeiteinheit, wie wir Zeit messen in Sekunden und Stunden und Jahren und das brauchen wir sehr wohl, zum Beispiel um jetzt zu sehen wie lange die die Sonne noch brennt also da. Eben auch im Inneren der Sonne eine Uhr, irgendwann ist der Wasserstoff aufgebraucht und dann wird sie zum roten Riesen. Ähm und das messen wir in Einheiten dieser dieser Atomohr in Sekunden. Das sind natürlich ganz viele Sekunden. Und die die Zeit selber, unser Begriff der Zeit in der Physik ist eigentlich eine Manifestation der Vorstellung, die auch in großen richtig ist, dass das Universum sich in gewisser Weise fällt, wie so ein großes Uhrwerk. Also ähm. Als die Leute etwa 1000 nach Christus die ersten Uhren bauten. Es gibt ja nicht schon immer Uhren. Na gut, Sonnenuhren gibt's schon ganz lange. Aber irgendwann gab es diese diese Pendeluhren und Standuhren dann waren diese Uhren, deswegen waren die in Kirchturm drin, soweit ich weiß, auch so ein Ausdruck der der göttlichen Gesetze, weil diese Uhren brachten so eine Gesetzmäßigkeit rein, ja? Also es war plötzlich vollkommen klar, wie die Abläufe passieren in Stunden geordnet. Und das ist eine Manifestation, diese Uhr. Irgendeine Uhr an die Manifestation der physikalischen Gesetzmäßigkeit unserer Welt, also unsere Welt ist nicht vollkommen zufällig, sondern wir haben Haufen Naturgesetze. Es gibt natürlich ganz viele Naturgesetze und die Uhr selber, dieses Objektuhr, wie eine Digitaluhr oder eine Pendeluhr. Die ist das Symbol für die Gesetzmäßigkeit der, der, der Natur und auch unserer Gesellschaft. Unsere ganzen Abläufe. Sie hatten gerade den Zugverkehr in Deutschland genannt. Die meisten Abläufe in unserer Gesellschaft sind ja gezacktet, ja? Ich erwarte, dass morgens die Post kommt. Und dann gehe ich zum Supermarkt und der macht um sieben zu und so weiter. Also unser ganzes Leben ist ja strukturiert und nur deswegen funktioniert unsere Gesellschaft und nur wegen der Naturgesetze funktioniert unser Universum, und die Uhr ist sowas wie ein Kondensat, ein Symbol dieser Gesetzmäßigkeit, sowohl der Natur als auch der Gesellschaft. 
Christian
01:01:35
Also auch in der Astrophysik durchaus ähm ja ein ein Instrument, was nicht wegzudenken ist. Also die Uhr ist äh ja, hat etwas menschliches, etwas etwas Gesellschaftliches, aber gleichzeitig auch für die Astrophysik, für für Dimensionen, die schwer denkbar sind, ist die Uhr von Bedeutung. 
Gerd Ganteför
01:01:53
Ja Also es ist ein ganz interessant, dass äh wir haben sogenannte Standardkerzen in Astrophysik, also ich bin ja keine Astrophysiker, ich mache das nur in der Lehre als Professor. Ähm aber es gibt da Standardkerzen, das heißt ähm äh Objekte, die immer die gleiche Helligkeit haben, eine absolute Helligkeit, ne. Das sind Supernova vom Typ eins A. Das sind bestimmte explodierende Sterne und da meint man, die sind immer genau gleich hell. Und dann kann man nämlich die Entfernung bestimmen, weil wenn ich weiß, wie hell ein Objekt ist, absolut. Und ich gucke es und es sieht aber ganz dunkel aus, dann muss es ja offenbar sehr weit entfernt sein. Das kann, ich kann also aus der scheinbaren Helligkeit und dem Wissen, Es muss eine super Nova-Typ 1 A sein. Sieht aber ganz dunkel aus, dann weiß ich, sie ist ganz weit entfernt und ich kann das sogar so genau machen, dass die Entfernung in Lichtjahren bestimmen kann. Und das das interessante ist, dass wenn etwas sehr, sehr weit entfernt ist dann vergeht dort Relativitätstheorie ist das wieder, vergeht Zeitlangsamer und das hat was mit der Ausdehnung des Universums zu tun. Also diese super Novy vom Typ 1 A, die leuchten nach der Explosion so ungefähr ein oder zwei Jahre nach. Dann erlöschen sie wieder. Aber wenn sie, sagen wir mal, fünf oder acht Milliarden Lichtjahre entfernt sind, dann leuchten sie viel länger nach Das liegt nicht daran, dass da irgendwas anders ist mit diesem Supernove, sondern weil in so großen Entfernungen die Zeit langsamer vergeht. Und das hat was mit der Ausdehnung des Raums zu tun. Also so viel zum Thema Zeit in der Astrophysik. Es ist äh auch da ist die Zeit relativ. 
Christian
01:03:30
Okay, ich äh nur mal ganz kurz äh darauf eingehen, weil ich weiß, ob das alle wissen. Eine Supernova, beziehungsweise Supernov ist die Merzer, ist dann die Explosion eines Sterns. 
Gerd Ganteför
01:03:40
Ja, ja, genau. Ja, also ich habe jetzt ein Beispiel genannt. Ist mir schon klar, dass ich also ich muss ja auch immer alles Mögliche meiner Frau erklären. Und natürlich, ich meine, wenn sie einen Physikprofessor äh interviewen, da sind sie selber Schuld, wenn ja was unverständliches sagt. Das passiert ja natürlich auch. Also äh Standardkerzen und Supernove, also Supernove, das das kennt man aber doch aus den Filmen. Ist so ungefähr spektakulär wie ein schwarzes Loch, aber das Gegenteil. Ein explodierender Stern. Und zwar einer von einem ganz bestimmten Typ. Und das ist natürlich sehr hell und diese Helligkeit ist für diesen Typus von explodierenden Sternen immer dieselbe. Deswegen eine konstante Helligkeit. 
Christian
01:04:16
Ja, kommen wir schon zum zum fast Ende und zwar würde mich eigentlich mal interessieren, welche Bedeutung Zeit für sie hat, wenn sie sich ja eigentlich sehr abstrakt auch damit beschäftigen. 
Gerd Ganteför
01:04:28
Äh ich muss sagen, jetzt habe ich ja gerade in diesem Corona-Sommer die Astrophysikvorlesung gemacht und die haben wir auf YouTube gesetzt, weil das ja sowieso eine Videovorlesung ist. Die Uni ist geschlossen und sitzen alle zu Hause und gucken sich meine Videos an als Vorlesung und die Übungsgruppengeschehen dann per Konferenzsoftware, aber ich habe eben diese ganze Astrophysik-Vorlesung bei mir zu Hause auf Video gesetzt und das kann man auf YouTube angucken aber ähm habe mich dann auch weil ich so viel Zeit hatte mit Corona, man ist immer zu Hause dann sehr intensiv mit der Hastrophysik beschäftigt und mit der mit dem Denken dahinter. Was mir wirklich nochmal sehr klar geworden ist in diesem Sommer, wo ich als kleiner Mensch, gerade im Corona auf mich zu Hause in meinem Haus meiner Wohnung so begrenzt eingesperrt war, Konfeinment heißt einsperren im in der Physik. Im Gegensatz zu diesem unglaublich großen Universum, was möglicherweise nochmal hundertmal größer ist als die uns zu gegen englische Raumkugel mit diesen unvorstellbaren 13,6 Milliarden Lichtjahren Durchmesser ist mir vor allen Dingen eines klar geworden, wie unendlich klein wir sind. Das ist der eine Punkt. Also die Kleinheit des Menschen, ja? Der zweite Punkt ist allerdings dass alles, was wir bisher gefunden haben im Universum, ist unbelebt. Und es ist im Sinne der Entropie sehr simpel, also da äh das menschliche Gehirn. Und auch das Leben auf der Erde ist bei weitem. Das Komplizierteste und strukturierteste und ordentlichste, was wir bis jetzt entdeckt haben. Alles andere wie diese Sterne, das sind kochend heiße Gase, da ist keine Ordnung, keine keine. Keine Vernunft, kein gar nichts drin. Das ist einfach nur ein Topf, brodeln, es ist ein Gases. Und nur unsere unser Leben auf der Erde und unser als als Gipfelpunkt an Komplexität unser Gehirn. Das scheint nach allem, was wir wissen. Eine enorme Ausnahme zu sein. Also einerseits diese enorme Kleinheit des Menschen, angesichts der Größe und Vielfalt des Universums, andererseits aber auch das Besondere. Der Selbstorganisation, dieses hochkomplexen Lebens, das gilt sogar auch schon für den Einzeller im Wasser, also eine Alge oder sowas aber dann erst recht auch für den Menschen, äh der eigentlich dieser Introphie-Zunahme, diesem langsamen Wärmetod des Universums widerspricht. Also wir sind eigentlich ein Wirbel ähm ein ein eine Rückwärtsbewegung in diesem langsamen Abwärtsgehen zum Wärmetod des Universums. Da hat sich eine Gegenströmung gebildet auf der Erdoberfläche zuhin zu, zu mehr Ordnung entgegen der Endropie. Das widerspricht nicht den Naturgesetzen, weil sie können Ordnung erkaufen, indem sie mit Energie bezahlen, also Energie zu stehen und wir haben ja einen Stoffwechsel, wir verbrauchen Energie, aber das ist was ganz Besonderes. Also dieses dieser Zwiespalt, die Kleinheit des Menschen, aber auch die Besonderheit des Lebens auf der Erde. 
Christian
01:07:36
So habe ich das tatsächlich ähm noch noch noch nie gesehen. Ähm Herr Genteföhr, jetzt sind wir tatsächlich am Ende, aber eine Frage würde mich noch interessieren. Was ist Zeit? 
Gerd Ganteför
01:07:49
Das Wesen der Zeit ist die Veränderung. Wenn sie einen Lernraum haben im Universum, in dem nichts ist, keine Zeichen, die sich bewegen, uns immer das Gleiche, dann ist es die Ewigkeit und da vergeht im physikalischen Sinn keine Zeit. 
Musik
01:07:58
 
Gerd Ganteför
01:08:03
Es gibt keine Zeit im unseren Sinn, wenn sich nichts verändert. Zeit ist Veränderung. Und zwar nicht eine periodische Veränderung, wo sie wieder zum gleichen Punkt zurückkehren, wo sie vorher waren, sondern es sind irreversible Prozesse, die nicht umkehrbar sind, wie das ausströmen des Gases aus einem Behälter oder wie das Leuchten der Sonne ja langsam ihren Wasserstoffvorrat verbraucht und in ihre Energie verströmt, in ihre Umgebung zu den Planeten und auf dem Planeten bildet sich eine Atmosphäre, es bilden sich eben im Glücksfall Ozeane und im Laufe der Jahrmilliarden sogar intelligentes Leben. Zeit ist Veränderung und in unserem Fall haben wir das Glück, dass es sogar eine Entwicklung ist, hin zu etwas Komplexeren. Zeit ist Veränderung, es ist Energiefluss. Und es ist abseits des Gleichgewichts, denn das Gleichgewicht im physikalischen Sinne ist der Tod und gleichzeitig die Ewigkeit. Aber das Zeit verändert die Veränderung ist, das ist äh nicht die absolute Antwort der Physik. Sie haben eine so schwere Frage gestellt. Also sowohl was ist der Ursprung der Zeit als auch was ist Zeit, die kann ich und weiß nicht, ob's andere Physiker können, nicht umfassend beantworten. Ich habe ein paar Bilder versucht zu bringen, also Zeit ist Veränderung und so weiter, die die Zeit erläutern, aber keine definitive Antwort gefunden, auch nicht in der Vorbereitung für dieses Gespräch. 
Christian
01:09:31
Trotzdem. Toller Einblick in die Welt der Astrophysik und was das eigentlich mit der Zeit zu tun hat, Herr Gante für vielen herzlichen Dank, dass Sie sich die Zeit genommen haben, um. Und mir ein Stück dazu beizutragen zu verstehen, was Zeit eigentlich ist und ähm ja, ich wünsche ihnen auf jeden Fall eine eine gute Zeit, eine gute Zeit und alles Gute, vielen Dank. 
Gerd Ganteför
01:09:54
Ja danke schön, auf Wiederhören Ecke.